Der Peritus des Konzils: "Die Liturgiereform des Zweiten Vatikanums war eine Totgeburt"
Ausgewählte Zitate aus dem Buch A Wider View of the Second Vatican Council von Archimandrit Boniface Luykx. Auf Englisch neu veröffentlicht von Angelico Press, Brooklyn, NY, 2025.
Archimandrit Boniface Luykx (1915-2004) war ein belgischer Prämonstratenser-Kanoniker, Professor und Liturgiewissenschaftler. In den 1940er und 1950er Jahren gehörte er zu den führenden Persönlichkeiten der katholischen Liturgiebewegung und unterrichtete viele Jahre lang an der Summer School of Liturgy der University of Notre Dame. Von 1960 bis 1971 diente er als Missionar in Afrika, wo er das Monastère de l'Assomption gründete und an der Lovanium-Universität in Kinshasa, Zaire (heute Demokratische Republik Kongo), lehrte. Ab 1959 war er Mitglied der Vorbereitungskommission für die Liturgie und diente später als liturgischer Berater und Experte (peritus) auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil sowie als einer der Autoren der Konstitution über die heilige Liturgie (Sacrosanctum Concilium).
Nach dem Konzil wurde …Mehr
"Der Altar, der dem Volk zugewandt ist, ist jedoch vielleicht der schwerwiegendste Fehler und Ausdruck des falschen Ansatzes für den wahren Gottesdienst, der bei den Veränderungen nach dem Konzil so häufig vorkam"
Ja, in der Tat: Der "Horizontalismus"=DemoKratismus=Gnostizismus=AnthropoTheismus ist das einzig EntScheidende.
"Der katholische Kult wurde reformiert, damit die Wärme der verklumpten Masse das Ei des Grand-Etre von Comte ausbrütet." (GOMEZ DAVILA)
" Die Dampfwalze des menschenzentrierten Horizontalismus (im Gegensatz zum gotteszentrierten Vertikalismus) hat nach dem Zweiten Vatikanum alle liturgischen Formen platt gemacht, aber ihr Hauptopfer ist der Novus Ordo. ..." Nein, der Horizontalismus steckt schon in der Liturgiekonstitution, und zwar schon allein dadurch, dass diese in Art. 34 verlangt. "Sie [die Riten] seien der Fassungskraft der Gläubigen angepaßt und sollen im allgemeinen nicht vieler Erklärungen bedürfen.“
Wenn die Liturgie Staunen und Ehrfurcht wecken soll, dann darf sie eben nicht der Fassungskraft der Gläubigen angepasst werden. Deren Fassungskraft zum Maßstab einer Liturgiereform zu machen, heißt, sie einem antiliturgischen Prinzip zu unterwerfen. Und dieser Horizontalismus setzt sich in den beiden Eiführungen zum NOM fort und bestimmt damit die Praxis des NOM in nachkonziliarer Zeit.
Die Liturgiekonstitution von der liturgischen Misere reinzuwaschen und die Schuld dem Novus Ordo zuzuweisen ist falsch. Die Prinzipien der Liturgiekonstitution wurden im Novus Ordo umgesetzt, und Paul VI. betonte, dass diese Umsetzung der Liturgiekonstitution entspricht. Deshalb sagte er auch, man solle nicht von der Messe Pauls VI. sprechen, sondern von der Messe des Konzils.
Wenn man den Zusammenhang zwischen dem Novus Ordo und der Liturgiekonstitution erkennen will, dann gilt es zunächst die Liturgiekonstitution systematisch zu untersuchen. Wie Kardinal Ottaviani richtig erkannte, ging es um zwei verschiedene Theologien, die zur Diskussion standen, nämlich um die auf Odo Casel zurückgehende Mysterientheologie und um die vorkonziliare Theologie der Kirche und die Anwendung auf die Liturgie. Bei dieser Auseinandersetzung setzten sich die Vertreter der Pascha-Liturgie durch, und sie bestimmt auch den Novus Ordo. Um den Zusammenhang zwischen der Pascha-Liturgie der Liturgiekonstitution und dem Novus Ordo zu begreifen, gilt es sodann die beiden Einführungen in denselben, die Paul VI. verfasste, zu studieren, in denen die Prinzipien der Neuen Messe ausführlich dargelegt werden. Der Vergleich zeigt eine weitgehende Übereinstimmung der Liturgiekonstitution mit dem Novus Ordo hinsichtlich der Prinzipien beider
Nach meiner Überzeugung hat man sich in konservativen Kreisen bisher zu sehr auf einzelne Defekt des Novus Ordo konzentriert, anstatt die Prinzipien des Novus Ordo in den Mittelpunkt zu stellen, die in den genannten Einführungen zu diesem enthalten sind.
Zwar gibt es Unterschiede, vor allem wird in beiden Einführungen von Paul VI. die Messe als ein Mahl bestimmt, was in der Liturgiekonstitution noch nicht der Fall ist, wohl weil die Vertreter der Pascha-Liturgie wussten, dass dafür keine Mehrheit stimmen würde. Auch ließen die teilweise gummiartigen Bestimmungen der Liturgiekonstitution, wie Prof. G. May sagt, einen erheblichen Spielraum für die Ausgestaltung derselben im Novus Ordo. Doch die beiden Einführungen von Paul VI. in den Novus Ordo stehen, soweit ich sehe, in keinem Punkt im Widerspruch zur Liturgiekonstitution.
"Doch die beiden Einführungen von Paul VI. in den Novus Ordo stehen, soweit ich sehe, in keinem Punkt im Widerspruch zur Liturgiekonstitution."
Widerspruch ist vielleicht das falsche Wort, aber der NOM kann sich durchaus nicht in allen Teilen auf SC berufen, sondern geht weit darüber hinaus.
"Die Messe des Konzils" ist nicht "die Messe Pauls VI."
Die Messe des Konzils ist der Ritus von 1965.
Was danach kam, kann sich nicht mehr zu Recht auf das Concilium (Vat. II) berufen, sondern nurmehr auf das Consilium.
Bethlehem 2014 Die Neue Messe wurde von Paul VI. am 3. April 1969 promulgiert durch die Apostol. Konstitution Missale Romanum" und trat am 30. November 1969 in Kraft.
Mich würde interessieren, inwiefern Sie der Überzeugung sind, dass der NOM weit über SC hinausgeht.
@Rückkehr-Ökumene ... ungefähr in demselben Maß, indem der 69-er Ritus sich vom 65-er Ritus unterscheidet.
SC sprach von einer "vorsichtigen Überarbeitung". (Das Wort "vorsichtig" (lat. "caute") fehlt übrigens in der offiziellen dt. Übersetzjng!) Der NOM aber ist eine vollkommene Neuschöpfung, "das platte Produkt des Augenblicks", um es einmal mit Ratzingers Worten auszudrücken.
Als 1965 das überarbeitete Meßbuch herauskam, erwarteten die Bischöfe, die (meisten) Priester und Gläubigen keine weiteren Änderungen mehr. Schon zwei Jahre später sah man, daß man getäuscht worden war.
Die Vorgaben von SC waren 1965 vollkommen erfüllt.
Natürlich heiße ich sie nicht (alle) gut.
Bethlehem 2014 Der sogenannte Ritus von 1965 wurde nie von Paul VI. promulgiert. Er war gedacht als erste Umsetzung der Konzilsbeschlüsse, die aber fortgeführt werden sollte, weil diese erste Umsetzung nicht als Abschluss der Umsetzung der Konzilskonstitution verstanden wurde. Paul VI. ließ deshalb dieselbe Kommission weiterarbeiten und diese erstellte im Kontakt mit Paul VI. die abgeschlossene Form der Liturgiekonstitution, also den NOM. Deshalb ist der NOM im Sinne von Paul VI. als die endgültige Umsetzung der Konzilsbeschlüsse anzusehen.
Bethlehem 2014, pardon, es muss heißen ... abgeschlossene Form der Liturgiereform ..
Das Consilium wurde doch direkt von Paul VI. gegründet und nicht etwa vom Konzil, oder?
Ja, aber der nie promulgierte Ritus von 1965 war ausdrücklich nur eine vorläufige Umsetzung der Bestimmungen von SC. Die endgültige Umsetzung, die dann von Paul VI. promulgiert wurde, ist der NOM.
So ist es: Die Dampfwalze des menschenzentrierten Horizontalismus (im Gegensatz zum gotteszentrierten Vertikalismus) hat nach dem Zweiten Vatikanum alle liturgischen Formen platt gemacht, aber ihr Hauptopfer ist der Novus Ordo.
Selten liest man eine solche klare und belegte Aussage über das Konzil, als eine Art Missgeburt ... ! Mit Gewalt und ohne den Hl. Geist, zerstörte man die wichtige liturgische Grundlage, die Anbetung und das Mysterium ! Im Zeichen der Ökumene die nichts gebracht hat, rückte der Mensch und nicht Gott in den Mittelpunkt . Man baute unheilige Räume, forcierte den Bilder-und Statuen-Raub, förderte fremde profane Musik und untheologische profane Sprache, stehende Kommunion, Volksaltar, Kommunionhelfer mit Laien im Altarraum und diese ersetzten die Andacht und das Beten . Trotz diesem Scheiterhaufen-Konzil, schwärmt man bis heute weiter von einem Aufbruch, Offenheit, Volksnähe und Zeitgemäß und schließt die Augen vor den leeren Kirchen und immer weniger Priester ... !
Der Ordnung halber sei hier nur angemerkt nur der Papst kann eine verbindliche Interpretation eines Konzilsdokuments vorlegen
Das VAT II ist der TÜRÖFFNER für die Heidengötter - es hat dem finsteren Feind die Tür geöffnet und Zutritt zum "Thron der Wahrheit" geschafft um die Lämmer zu zerstreuen und um das KREUZ JESU CHRISTI anzugreifen und wegzudrängen!
PAPST BENEDIKT XVI.
Donnerstag, 14. Februar 2013
Es gab das Konzil der Väter - das wahre Konzil -, aber es gab auch das Konzil der Medien. Es war fast ein Konzil für sich, und die Welt hat das Konzil durch diese, durch die Medien wahrgenommen. Das Konzil, das mit unmittelbarer Wirkung beim Volk angekommen ist, war also das der Medien, nicht das der Väter ... entfaltete sich das Konzil der Journalisten natürlich nicht im Glauben, sondern in den Kategorien der heutigen Medien, also außerhalb des Glaubens, mit einer anderen Hermeneutik. Es war eine politische Hermeneutik: Für die Medien war das Konzil ein politischer Kampf, ein Machtkampf zwischen verschiedenen Strömungen in der Kirche. Selbstverständlich haben die Medien für jene Seite (=Freimaurerei) Partei ergriffen, die ihnen zu ihrer Welt am besten zu passen schien.
ZITAT: "Die Zerstörung des Heiligen ist der tiefste Angriff auf die Würde des Menschen in seinem Denken und Leben."